HILIFI

HILIFI

Erinnerungen an eine Kindheit!

Meine Kindheit

Die dunkle Seite meines Lebens!

 

Ich habe 40 Jahre gebraucht, um meine traurige Kindheit aufzuarbeiten. In meinem Buch “Hilifi” habe ich diese dunkle Seite meines Lebens dargestellt, um ein Zeichen zu setzen, dass Kindesmisshandlung bekämpft werden muss.

 

Heute frage ich mich oft, wie ich mein Leben weiterführen konnte, nachdem ich als Kind in einem Kloster von katholischen Nonnen missbraucht, misshandelt und gedemütigt wurde. Immerhin habe ich es nach langem und ermüdenden Kampf geschafft, von der Kirche als Missbrauchsopfer anerkannt zu werden. Bischof Felix Genn zu Münster leistete in einem Filmbeitrag des WDR Abbitte für alle Grausamkeiten, die mir im Namen des Herrn durch die katholische Kirche widerfahren sind.

 

Bischof Genn bezeichnet mein Buch “Hilifi” als bleibendes Mahnmal einer gequälten Kindheit.

 

Weiterhin versicherte er, dass zukünftige Verbrechen durch Geistliche vor Gericht gebracht werden und aus der Kirche ausgeschlossen werden.

 

Ein Einblick in „Hilifi – Gottes vermaledeite Brut“

 

In den letzten Monaten des 2. Weltkrieges wurde Hedwig, die in Ichform ihre Geschichte von seelischem und sexuellem Missbrauch nicht nur durch katholische Nonnen erzählt, geboren. Während die Mutter mit Hedwig schwanger war, ließ der Ehemann die Mutter seiner vier Kinder im Stich. Der alleinerziehenden Mutter wurde das inzwischen ca. 3jährige Kind von der Fürsorge entrissen und sozusagen administrativ in verschieden Heime verschleppt; ebenso ihre Geschwister. Genau so erging es in den Nachkriegsjahren ungefähr 800.000 Kindern in Deutschland, sowie auch Mitgliedern der Bader Meinhof Gruppe, aus der sich später die RAF entwickelte, deren Protest vor Heimen begann, indem sie forderten, die dunklen Karzer abzuschaffen, in denen viele Heimkinder in EINZELHAFT dahin vegetierten.

 

Zunächst wurde sie in das Vinzenz-Heim nach Coesfeld gebracht. Diese Zeit hat sie ausgeblendet, weil es für sie unerträglich war. Zur Adoption freigegeben wurde sie auf einem Bauernhof untergebracht. Die Fürsorge nahm sie von dort aus wortlos mit, als sie bei einer Kontrollvisite sah, dass das kleine verunsicherte Kind völlig verheult war. Bei den Bauern und ihrem Knecht, sah das ca. fünfjährige Mädchen sexuelle Szenen, die es schockieren mussten. Sie schlief auf Brettern im Schlafzimmer der Bauern. Nie wusste sie, was mit ihr geschah, wohin man sie brachte oder warum. So wurde sie regelrecht von einem Ort zum anderen verschleppt.

 

Die Fürsorge nahm sie mit nach Coesfeld zu katholischen Nonnen in das Kinderheim Kloster Marienburg, dem heutigen Haus Hall. Dort wurde die inzwischen etwa fünfjährige Hedwig gedemütigt, misshandelt und missbraucht. Sie wurde u.a. mit der Wurzelbürste oder einem Spiralschwamm am Geschlechtsteil geschrubbt oder in einem dunklen Raum ohne Bett, Klo, Essen und Trinken einfach vergessen. Auf diese schrecklichen Erlebnisse hin verstummte Hedwig.

 

Schließlich kam sie in die Taubstummenschule bis die Nonne Vincentin ihr das nötige bisschen Liebe gab, das ihr dazu verhalf, ihre Sprache wiederzufinden. Währenddessen kämpfte Hedwigs Mutter darum, ihre Kinder wiederzubekommen. Die drei Geschwister von Hedwig waren zeitweise im selben Heim untergebracht, ohne dass sie einander sahen. Die kleinere Schwester wurde auch missbraucht und die Fürsorge setzte die Geschwister als billige Arbeitskräfte ein.

 

Die Mutter kämpfte darum, ihre Kinder zurück zu bekommen. Doch hierfür musste sie zuerst heiraten, denn als Alleinerziehende wollte man ihr die Kinder nicht zurückgeben. Leider war der zweite Mann der Mutter von Hedwig ca. 12 Jahre jünger, alkoholsüchtig und brutal. Von der Schwester ihres Stiefvaters wurde die kleine Hedwig zu allem Übel zwei Jahre lang sexuell missbraucht unter der Drohung, würde sie etwas verraten, käme sie zurück ins Heim.

 

Dies alles wird eingebettet in die Nachkriegsgeschichte und in detailgetreuen Erzählungen über die Ereignisse hinter den Kulissen, wie zum Beispiel im Häuslich-Privaten.

 

Mit 15 Jahren, nach Abschluss der Volksschule, lernte Hedwig Einzelhandels-kauffrau und machte die Bekanntschaft ihres zukünftigen Mannes. Nachdem der Stiefvater die Mutter unter ein fahrendes Auto geprügelt hatte und sie im Sterben lag, machte er sich an die Tochter heran. Hedwig floh mit Kleid und Pantoffeln und 20 Pfennig in der Tasche, schlief in offenen Autos bis nach sechs Wochen der Berufschullehrer ihr ein Zimmer in seiner Villa anbot, das sie dankend ca. 1 Jahr bewohnte.

 

Als sie 19 Jahre jung war, heiratete sie Dieter, mit dem sie zunächst in den Stuttgarter Raum zog und später Richtung Frankfurt am Main. Dort wurde sie mit 22 Jahren glückliche Mutter eines Mädchens.

 

Durch ihre bitteren Kindheitstraumata litt Hedwig bereits als Kind unter schweren Zwängen, Phobien und Essstörungen, die sie in zwei mehrjährigen Gesprächstherapien überwand. Sie war politisch engagiert, bildete sich in verschiedenen Fernstudiengängen weiter und bereiste die Welt. Nach ihrer Scheidung machte sie Karriere und nahm drei Kinder aus einem von Nonnen geführten Heim zu sich. Zudem nahm sie eine misshandelte und missbrauchte Jugendliche an, um sie vor weiteren Übergriffen seitens ihres Vaters zu schützen. Sie half allen vier angenommenen Kindern und ihrem eigenen auf den rechten Weg. Dafür verdiente sie selbst das Geld für alle und konnte keinerlei Unterstützung annehmen.

 

Mit 53 ging sie nach Andalusien. 42 Jahre ihres Lebens hatte sie immer wieder mit der Arbeit an ihrem Buch verbracht, bis sie sich endlich traute, es zu veröffentlichen. Das Buch brachte ihr bisher wenigstens eine Entschuldigung vom Bischof Felix Genn im Bistum Münster im Namen der kath. Kirche und des Ordens vor dem Fernsehen ein, und der Vizegeneralvikar Dr. Reidegeld kam sogar persönlich bis nach Andalusien, weil Hedwig darauf bestand, dass es eine Bringschuld sei, um Verzeihung zu bitten. Ihr Buch wird auf der Homepage des Bistums respektvoll als bleibendes Mahnmal einer gequälten Kindheit benannt. Der größte Erfolg, den sie zu verzeichnen hat, ist, dass die Kirche sich bei allen, die ein solches Leid erfahren haben, entschuldigen will; so jedenfalls versprach es ihr der Bischof.

 

 

 

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